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Dynamische Seelen-Aufstellung®

Verletztes inneres Kind Inneres Kind im Rückzug

Nach der Geburt kommt der Mensch in eine völlig neue Umgebung. Er hat den Mutterleib verlassen, in dem er geborgen, genährt, getragen und umgeben war. Nun beginnt eine neue Phase.


Für den Säugling gibt es noch kein Ich - und auch kein Du. Die Mutter wird als wichtigster Bezug wahrgenommen, aber es gibt in der Welt der ersten (8-9) Monate noch keine klare Trennung.


Wie wird die Umgebung, bzw. das Leben wahrgenommen?

Der Säugling hat im Grunde zwei Möglichkeiten der Wahrnehmung: körperlich und emotional. Das körperliche Empfinden von Hunger, Durst, Unwohlsein (z.B. Hose voll, Kleidung drückt…) findet einen unmittelbaren Ausdruck. Und die emotionale Wahrnehmung hat bereits im Mutterleib begonnen, quasi durch ein Briefing der Mutter im Sinne der Teilhabe an ihrer Gefühlswelt. So entstehen vor der Geburt bereits erste Eindrücke als Vorbereitung auf das Leben nach der Geburt.


Emotionale Überforderung und Nervensystem


Nun erfährt der gerade geborene Mensch seine neue Umgebung also körperlich und emotional. Dem körperlichen Unwohlsein wird in der Regel schnell Abhilfe geschaffen, das Kind z.B. gewickelt oder gestillt.


Der Emotionalität des Kindes stehen die Eltern oft ratlos gegenüber.


Das Kind ist wie ein Sensor, es nimmt alle Gefühle der Eltern auf - ohne die Möglichkeiten der Benennung oder Bewertung - und ohne die Differenzierung zwischen dem eigenen Gefühl und dem anderer Menschen.


Damit ist es der vorhandenen „Stimmung“ des Zuhauses unmittelbar ausgesetzt. Es fühlt die Grundstimmung der Mutter, aber auch die des Vaters oder der Geschwister, ohne das dies zwischen „Mein-Gefühl-Dein-Gefühl“ differenziert wird.


Für den Säugling ist es also so, als empfinde es z.B. Aggressionen von Mutter oder Vater als eigene Emotion.


Und Emotionen haben eine direkte Auswirkung auf das Nervensystem.

Vereinfacht: „Schöne“ Gefühle beruhigen, „schlechte“ lassen das Nervensystem hoch fahren, alarmieren, stressen und beängstigen.


Allerdings fehlen dem frühen Kind die Möglichkeiten, dies selbst zu verstoffwechseln. Das Kind verstoffwechselt über die Mutter - wenn dies möglich ist.


Ein ständig sich wiederholender Belastungsdruck kann nicht mehr verstoffwechselt werden - wir sprechen hier von subtraumatischen Prägungen. Sie (z.B. alarmierenden oder beängstigenden) Informationen verbleiben im Körper und so finden emotionale Prägungen statt, die zusätzlich auch im Körper als Information hinterlegt werden, bzw. die frühkindliche Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen.


(Siehe Informationen im Kasten rechts).


Die Entwicklung der Beziehungsfähigkeit


Die ersten 18 Monate des Kindes sind entscheidend in der Entwicklung der Beziehungsfähigkeit im späteren Leben, und auch, ob es seine Affekte angemessen regulieren kann.


In den ersten Tagen des Lebens werden die Grundlagen der Prägungen und auch der späteren Prägsamkeit gelegt.

Hier entsteht das Fundament, die Ausrichtung…


Die Art des Ankommens (im Leben) definiert die Möglichkeiten des Weitergehens.


Diese Grundprägungen zu diagnostizieren ist für die moderne Psychotherapie direkt unmöglich. Da der Hippocampus erst im Alter von 3 Jahren entwickelt ist, können keine Langzeiterinnerungen gespeichert werden und sind damit auch nicht abrufbar.


Für den Therapeuten stehen diagnostisch höchstens Rückschlüsse vom Verhalten oder der psychischen Situation/Erkrankung auf mögliche frühkindliche Erfahrungen zur Verfügung.


Seelische Aufstellungen: Die Säuglingsposition


Mit dieser Methode ist es möglich Situationen, Emotionen und prägende frühkindliche Erfahrungen durch Erlebbarkeit zu verstehen. Im Grunde gilt auch hier: Die Seele besitzt alles Wissen. Die Kunst ist es immer, das richtige Setting einer Seelenaufstellung anzubieten, in der dieses Wissen offenbar wird.


Die Erfahrungen in einem Setting der Säuglingsposition sind sehr erlebnistief. Ein/e KlientIn kann Zugang zu der emotionalen Situation der ersten Lebenstage bekommen. Dies ist sehr wertvoll, da es nun als Erwachsener z.B. möglich ist, zu verstoffwechseln. Das Nervensystem kann sich von einer angestauter Information entladen, z.B. durch eine Traumatherapie wie dem Somatic Experiencing, oder Cranio-Sacraler Therapie.


Auch dem psychotherapeutisch tätigen Menschen ergeben sich hierdurch wichtige Informationen, die der Therapiearbeit eine schlüssige Ausrichtung geben.


Diese Form der Arbeit ist sehr anspruchsvoll. So ist zu beachten:


● Resilienzbreite des Klienten.

● Mögliche frühkindliche Operationen/Narkosen bedenken.

● Brutkasten-Erfahrungen berücksichtigen.

● ggf. Süchte der Mutter, z.B. Heroin.


Es ist mein Anliegen, über die Möglichkeiten dieser Arbeit zu informieren.

Ich gebe hier allerdings keine Informationen über das Setting, bzw. die Arbeit des Coaches in der Aufstellung. Dies muss Gegenstand einer Ausbildung sein, um in diesem sensiblen Bereich sicher zu arbeiten und dem Klienten gut zu dienen. Es ist unbedingt zu vermeiden, dass der Klient in der Arbeit „hängen bleibt“, z.B. in einer Brutkasten-Situation oder einer Narkose.


Ebenso gilt es zu verstehen, wie der Lösungsweg entwickelt wird, der Mensch also möglichst weitgehend aus einer ungesunden Prägung heraus begleitet wird.



Ein Nachgespräch beinhaltet Hinweise, wie Erkenntnisse und Lösungen im Alltag zu integrieren sind, bzw. welche Arbeit sich sinnvoll anschliessen könnte.

Auswirkungen von anhaltendem frühkindlichen Stress im unreifen Gehirn:


Erhöhte Empfindlichkeit der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse. Verminderung des Hippocampus-Volumens.


Dysfunktionen in der Ausbildung von Synapsen, Störungen der Entwicklung von Nervenzellen, fehlerhafte Differenzierung funktioneller Neuronenverbände (Amygdala, anteriorer Gyrus cinguli, Hippocampus, präfrontaler Kortex).


Sichere Bindungserfahrungen sind die Voraussetzung für die Balance der Stressachse im kindlichen Gehirn. Sie ermöglichen eine effiziente neuronale Vernetzung.

Erste Prägungen nach der Geburt: Die Säuglingsposition

Nach der GeburtSymbol für die Säuglingsposition